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Heinrich von Kleist

Amphitryon

Ein Lustspiel nach Molière

Nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2011


Amphitryon, Herrscher von Theben, schickt nach siegreicher Schlacht seinen Diener Sosias voraus zu seiner Ehefrau Alkmene, um dort seine baldige Heimkehr anzukündigen. Doch Sosias wird von seinem eigenen Ebenbild der Zutritt zu Amphitryons Haus verwehrt! Es ist der Gott Merkur, der die Liebesnacht seines Herrn Jupiter mit Alkmene bewacht – der oberste der Götter hat in Gestalt Amphitryons Einlass bei Alkmene gefunden. Als am nächsten Morgen der echte Amphitryon heimkehrt, kann er sich naturgemäß an die freudenvolle Nacht nicht erinnern. Alkmene fühlt sich verraten und Amphitryon betrogen. Aber auch Jupiter ringt mit der Eifersucht. Erneut nähert er sich Alkmene und eröffnet ihr, dass sie die letzte Nacht mit einem Gott verbracht hat – einem Gott, der um seiner selbst willen geliebt werden will, nicht nur in Gestalt des Gatten. In höchster Gefühlsverwirrung bleibt sie standhaft in ihrer Liebe zu Amphitryon, den sie nun in Gestalt eines Gottes vor sich zu sehen glaubt. Doch ihr Seelenfrieden ist nur von kurzer Dauer, denn als Amphitryon sich gegen Merkurs Widerstand Eingang in sein eigenes Haus verschafft, steht ihr Mann plötzlich zweifach vor ihr. Alkmene muss entscheiden: Welcher Amphitryon ist ihr geliebter Gatte? …

In seinem nach Molières Gesellschaftskomödie entstandenen Lustspiel von 1807 führt Heinrich von Kleist seine Figuren in ein verwirrendes Labyrinth aus Wirklichkeit und Illusion, stürzt sie in eine tiefe Identitätskrise und treibt sie an den Rand der Verzweiflung. »Wer ist Ich«, und »Bin ich der, der ich glaube zu sein«, sind nur zwei der kaum zu beantwortenden Fragen in dieser philosophischen Verwechslungskomödie!

Premiere 5. März 2011
Spielort Schlosstheater im Neuen Palais

Das Stück steht derzeit nicht im Spielplan.

Julia Hölscher hat das Stück auf seinen inneren Kern hinterfragt und das Wesentliche herausgearbeitet. Sie erzählt die Geschichte mit geballter Konzentration und anrührender Leichtigkeit, bei der die Schauspielerinnen und Schauspieler mit einer wunderbaren Ensembleleistung glänzen. Potsdamer Neueste Nachrichten

Unter den Fittichen von Julia Hölscher ist daraus ein spannendes, intellektuelles Traumspiel geworden. Alles scheint nur Fantasie zu sein, Stoff, aus dem die erotischen Wünsche und Ängste sind. Gleich, denkt man, werden alle aufwachen und sich, peinlich berührt, voneinander abwenden. … Manchmal senkt sich ein roter Vorhang, hinter dem, einem schönen Schattenspiel gleich, sich die Paare lieben und streiten. Märkische Allgemeine Zeitung

Mitwirkende

Regie
Julia Hölscher  
Bühne u. Kostüme
› Mascha Schubert  
Künstl. Mitarbeit
› Martin Hammer  
Musik
› Tobias Vethake  
 
 
Peter Pagel
› Marcus Kaloff (als Gast)
Christoph Hohmann
Michael Schrodt
Marianna Linden
Nele Jung