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Alexander Solschenizyn // Uraufführung

Krebsstation

Bühnenfassung John von Düffel

»Haben das andere überstanden, dann wirst du es auch überstehen.« Auf einer Krebsstation treffen sie aufeinander, Menschen aller Schichten und verschiedenster Herkunft, vereint im Kampf gegen die unsichtbare Bedrohung. Die Krankheit läßt Unterschiede verschwinden. Rang und Funktion allein machen nicht gesund. Andere Differenzen treten umso klarer hervor: die des Charakters, der biografischen Erfahrung, der Haltung zum Leben und zur Gesellschaft. Der Parteikader trifft auf den Verbannten, der Arbeiter auf den Intellektuellen, der Denunzierte auf den Denunzianten, die Erkrankten und ihre Familien auf das Pflegepersonal und die Ärzteschaft, der Unheilbare auf den Überlebenden – eine geschlossene Gesellschaft in Erwartung von Heil oder Tod. Leicht, auf spielerische Weise, läßt
Solschenizyn den Mikrokosmos seiner Figuren entstehen, realistisch und prägnant, voller Humor und Interesse sind seine Beschreibungen. Sie zeichnen die seltsame Welt eines Krankenhauses, darüber hinaus aber auch die zeitgenössische Lebenswirklichkeit und das komplexe soziale Geflecht einer Gesellschaft zwischen historischem
Aufbruch nach Stalins Tod und ungetilgter Schuld.

Solschenizyn wurde 1945 aus den Reihen der Roten Armee heraus verhaftet. Acht Jahre Straflager verarbeitete er u. a. im Roman »Der erste Kreis der Hölle«. 1953 mußte er sich, noch immer verbannt, in einem Krankenhaus in
Taschkent einer Krebsbehandlung unterziehen. 1970 mit dem Literaturnobelpreis geehrt, wurde er 1974 nach Erscheinen seines Hauptwerkes »Der Archipel GULAG« der UdSSR verwiesen. Er lebte zunächst in der Schweiz, dann in den USA, kehrte 1994 nach Rußland zurück und starb 2008 in Moskau.


Premiere 23. März 2012 Spielort Neues Theater

Mitwirkende

Regie
Tobias Wellemeyer  
Bühne
› Alexander Wolf  
Kostüme
› Ines Burisch  
Musik
› Gundolf Nandico  
 
 
Wolfgang Vogler
Jon-Kaare Koppe
Friedemann Eckert
Christoph Hohmann
Eddie Irle
Roland Kuchenbuch (als Gast)
Bernd Geiling
Raphael Rubino
Juliane Götz
Andrea Thelemann
Melanie Straub
› Kristin Suckow
Marianna Linden
Friederike Walke
› Franziska Hayner  
 
 



Vorstellungen

  • 23. März ’12 › 19.30 Uhr
  • 25. März ’12 › 17 Uhr